Guide
Wie du an jeden Untertest herangehst, wie viel Zeit du hast und wo die typischen Fallen liegen. Zwischendurch kannst du die Strategien direkt ausprobieren.
Grundregeln für den ganzen Test
- Lass keine Antwort leer. Beim TMS gab es keinen Abzug für falsche Antworten. Wenn das beim TMSnat so bleibt, ist eine geratene Antwort immer besser als keine – mit 5 Optionen liegt die Trefferchance bei 20 %.
- Nicht festbeißen. Der Test ist so gebaut, dass im Schnitt etwa die Hälfte der Aufgaben gelöst wird. Wer an einer schweren Aufgabe hängen bleibt, verliert Zeit für drei leichte.
- Zwei Durchgänge. Erst alle Aufgaben lösen, die schnell gehen. Schwierige markieren und in der Restzeit angehen.
- Unter Zeitdruck üben. Wissen allein reicht nicht – das Tempo musst du trainieren. Nutze die Simulation spätestens ab zwei Monaten vor dem Test regelmäßig.
Dein Lernplan bis zum Test
Gib ein, wie viele Stunden du pro Woche realistisch lernen kannst. Der Plan teilt die Zeit bis zum ersten TMSnat in drei Phasen auf.
Naturwissenschaftliche Kenntnisse
Der größte neue Block. Hier zählt echtes Schulwissen aus Biologie, Chemie, Physik und Mathe – das lässt sich nicht in zwei Wochen aufbauen, aber sehr gut planen.
So gehst du vor
- Lies die Frage und überlege die Antwort, bevor du die Optionen ansiehst. So lässt du dich weniger von Distraktoren verwirren.
- Wissensfragen sofort beantworten, Rechenaufgaben markieren und im zweiten Durchgang lösen.
- Bei Unsicherheit ausschließen: Oft sind zwei Optionen offensichtlich falsch.
Typische Fallen
- Bezugsgröße verwechseln – z. B. „Anteil aller Kinder“ statt „Anteil der gesunden Kinder“ in der Genetik.
- Einheiten nicht umrechnen (mmol vs. mol, ml vs. L).
- Vorzeichen bei Oxidationszahlen und Logarithmen.
Formelkarten
Überlege die Antwort, dann umdrehen.
Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis
Du bekommst kurze medizinische Sachtexte und musst daraus Schlüsse ziehen. Vorwissen hilft beim Verstehen – entscheiden darf aber nur, was im Text steht.
So gehst du vor
- Erst die Frage und die Aussagen I–III lesen, dann den Text gezielt danach durchsuchen.
- Jede Aussage einzeln als „folgt aus dem Text“ oder „folgt nicht“ markieren.
- Kombinationsantworten von hinten ausschließen: Ist II falsch, fallen alle Optionen mit II weg.
- Zusammenhänge kurz skizzieren (Pfeile: ↑ führt zu ↓), statt sie im Kopf zu behalten.
Typische Fallen
- Aussagen, die medizinisch stimmen, aber nicht aus dem Text folgen.
- Umkehrschlüsse: „A führt zu B“ heißt nicht „ohne A kein B“.
Quantitative und formale Probleme
Rechnen mit Formeln, Einheiten und Proportionen in medizinischem Kontext. Die Mathematik ist meist Mittelstufe – schwer machen es die Textlänge und der Zeitdruck.
So gehst du vor
- Gesuchte Größe und Einheit zuerst notieren.
- Formel umstellen, dann Zahlen einsetzen.
- Überschlagen: Oft liegen die Antworten so weit auseinander, dass die Größenordnung reicht.
- Prozentänderungen bei Produkten multiplizieren (1,5 × 0,8), nicht addieren.
Kopfrechen-Sprint
Wie viele Aufgaben schaffst du in 60 Sekunden? Ergebnis eintippen und Enter drücken.
Fakten lernen
Du prägst dir Patientenfälle ein (Name, Alter, Beruf, Merkmal, Diagnose) und wirst nach dem Textverständnis-Block dazu abgefragt. Merkfähigkeit lässt sich mit Technik deutlich steigern.
So gehst du vor
- Eine Geschichte pro Person: Verbinde Beruf und Diagnose zu einem Bild (der Bäcker mit Mehlsäcken → Bandscheibenvorfall).
- Gruppen bilden: Personen mit ähnlichen Diagnosen oder Berufen gemeinsam merken.
- Zweimal durchgehen: Lieber alle Personen zweimal kurz als die Hälfte gründlich.
- Diagnose ist meist das Wichtigste – sie taucht in den meisten Fragen auf.
Merktrainer
Drei neue Personen, 20 Sekunden Zeit. Danach eine Frage.
Textverständnis
Lange wissenschaftliche Texte mit mehreren Fragen. Entscheidend ist, schnell die richtige Stelle zu finden und genau zu lesen.
So gehst du vor
- Text einmal zügig überfliegen und jedem Absatz ein Stichwort am Rand geben.
- Dann Frage für Frage gezielt zurückspringen – die Stichwörter sind dein Inhaltsverzeichnis.
- Auf Signalwörter achten: nur, immer, alle, kein, zwar … jedoch.
Typische Fallen
- Antworten, die aus einem Zusammenhang eine Ursache machen.
- Antworten mit richtigem Inhalt, aber falscher Gewichtung („häufigste“ statt „eine häufige“).
Diagramme und Tabellen
Daten aus Grafiken und Tabellen lesen und Aussagen dazu bewerten. Fast alle Fehler entstehen, weil Achsen oder Einheiten falsch gelesen werden.
So gehst du vor
- Bevor du die Daten ansiehst: Titel, Achsen, Einheiten und Legende lesen.
- Klären, ob nach einer Differenz (absolut) oder einem Verhältnis (relativ) gefragt ist.
- Aussagen einzeln prüfen und falsche sofort streichen.
Typische Fallen
- mmHg oder Punkte mit Prozent verwechseln.
- Logarithmische Achsen linear lesen.
- „Doppelt so groß“ und „um 100 % größer“ ist dasselbe – „um 200 % größer“ ist das Dreifache.
Arithmetisches Problemlösen
Neu im TMSnat: Rechenaufgaben, bei denen Tempo zählt. Der genaue Aufgabenstil ist noch nicht offiziell veröffentlicht – Kopfrechnen, Prozent, Brüche und kurze Textaufgaben sind die sichere Basis.
So gehst du vor
- Rechentricks automatisieren: × 25 = × 100 : 4 · × 9 = × 10 minus die Zahl · 15 % = 10 % + 5 %.
- Brüche über den Hauptnenner, nicht über Dezimalzahlen.
- Antworten auf Plausibilität prüfen: Letzte Ziffer und Größenordnung schließen oft schon vier Optionen aus.
Trainiere mit dem Kopfrechen-Sprint – fünf Minuten am Tag bringen mehr als zwei Stunden am Wochenende.